
AKVS 2014
AKVS 2014 Kostenermittlung im Straßenbau
Die AKVS 2014 – ausgeschrieben „Anweisung zur Kostenermittlung und zur Veranschlagung von Straßenbaumaßnahmen“ – ist das verbindliche Regelwerk für die Kostenplanung im Bundesfernstraßenbau. Sie legt fest, wie Kosten von Straßenbaumaßnahmen einheitlich ermittelt, gegliedert und im Haushalt veranschlagt werden. Was die DIN 276 für den Hochbau ist, ist die AKVS 2014 für den Straßenbau. Dieser Beitrag erklärt, was die AKVS 2014 regelt, wie sie mit dem Kostenberechnungskatalog (KBK) aufgebaut ist – und wie Sie sie in ORCA AVA per fertiger Systemvorlage nutzen.
Was ist die AKVS 2014?
Die AKVS 2014 ist ein Kostenmanagementsystem für den Straßenbau. Sie regelt die Ermittlung der projektbezogenen Kosten für Neubau, Aus- und Umbau, Erweiterung, Änderung und Erhalt von Straßen und schafft damit eine einheitliche, vergleichbare Grundlage über den gesamten Projektverlauf – von der Bedarfsplanung bis zur Abrechnung. Ziel sind Kostentransparenz, eine belastbare Veranschlagung im Straßenbauhaushalt und eine durchgängige Kostensteuerung, die Kostenänderungen frühzeitig sichtbar macht.
Herausgegeben wird die AKVS heute vom Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV). Sie wird laufend fortgeschrieben; die aktuelle Ausgabe trägt den Stand 04/2023.
Von der AKS 85 zur AKVS 2014
Gemäß dem Allgemeinen Rundschreiben Straßenbau Nr. 9/2015 des damaligen Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) vom 7. April 2015 ersetzt die AKVS 2014 die zuvor gültige AKS 85 in allen Teilen. Für neue Infrastrukturmaßnahmen ist sie verbindlich.
Seither wurde die AKVS mehrfach fortgeschrieben – unter anderem durch die Fortschreibung des Kostenberechnungskatalogs. Die aktuell gültige Ausgabe 04/2023 wurde mit dem ARS Nr. 07/2023 vom 3. Mai 2023 eingeführt und trägt auch der Gründung der Autobahn GmbH des Bundes Rechnung. Der Name „AKVS 2014″ bleibt dabei erhalten; die Jahreszahl bezeichnet die Grundfassung, nicht den aktuellen Bearbeitungsstand.
Aufbau: der Kostenberechnungskatalog (KBK)
Kern der AKVS ist der Kostenberechnungskatalog (KBK) – eine Sammlung kostenbestimmender Leistungsbeschreibungen, überwiegend mit Bezug zum Standardleistungskatalog für den Straßen- und Brückenbau (STLK). Der KBK erlaubt es, Kostenermittlungen einheitlich und länderübergreifend vergleichbar aufzustellen.
Die AKVS gliedert Kosten in zwei Dimensionen:
- Sachliche Gliederung (KBK): Hauptgruppen, Gruppen, Untergruppen und Leistungsbeschreibungen. Die Hauptgruppen basieren auf den Leistungsbereichen des STLK.
- Räumliche Gliederung: Hauptteile und Teile ordnen die Kosten räumlich bzw. nach Baulastträgern zu.
Für die Einstellung in den Haushalt werden die Leistungen anschließend in Baulose aufgeteilt und auf Haushaltsjahre verteilt – so lässt sich der Bau- und Finanzierungsablauf transparent abbilden.
Die Stufen der Kostenermittlung
Analog zur DIN 276 sieht die AKVS aufeinander aufbauende Stufen der Kostenermittlung vor, die mit dem Planungsfortschritt genauer werden. Der KBK ist für Kostenrahmen, Kostenschätzung und Kostenberechnung anzuwenden.
| Stufe | Zweck |
|---|---|
| Kostenrahmen | erste Orientierung in der Bedarfsplanung |
| Kostenschätzung | Grundlage der Vorplanung |
| Kostenberechnung | detaillierte Basis für die Haushaltseinstellung |
| Veranschlagung | Einstellung der Kosten in den Straßenbauhaushalt |
| Kostenfortschreibung | Nachweis und Begründung von Kostenänderungen |
Wesentliche Kostenänderungen (etwa über 15 % der Gesamtkosten) sind nach den Vorgaben der AKVS strukturiert zu begründen und formell fortzuschreiben.
AKVS 2014 und DIN 276
Beide Regelwerke verfolgen dasselbe Ziel – transparente, vergleichbare Baukosten –, decken aber unterschiedliche Bereiche ab. Die DIN 276 ist die allgemeine Norm für die Kostenplanung im Bauwesen mit Schwerpunkt Hochbau. Die AKVS 2014 ist das speziell auf den Bundesfernstraßenbau zugeschnittene Kostenmanagementsystem und für öffentliche Straßenbaumaßnahmen verbindlich. Planungsbüros, die sowohl im Hochbau als auch im Straßenbau tätig sind, arbeiten daher oft mit beiden Gliederungen – idealerweise in einer Software, die beide beherrscht.
AKVS 2014 in ORCA AVA
In ORCA AVA nutzen Sie neben der AKS 85 auch die AKVS 2014. Die mitgelieferte Systemvorlage „Kostengliederung AKVS 2014.ava“ enthält bereits alle relevanten Gliederungen:
- sachliche Kostengruppen (KBK)
- Kostenteilungen
- räumliche Zuordnungen
Die Vorlage lässt sich schnell und komfortabel in bestehende Projekte kopieren und bei Bedarf anpassen. So arbeiten Sie von Anfang an mit einer normkonformen Struktur, statt Kostengruppen manuell aufzubauen.
Wie Sie dabei Schritt für Schritt vorgehen, zeigt die Workflow-Beschreibung im ORCA Helpdesk – von der Einbindung der AKVS 2014 über das Kopieren der Systemvorlage bis zur Zuordnung der Kostengruppen im eigenen Projekt.
Am besten prüfen Sie das direkt in der Praxis: ORCA AVA lässt sich 6 Wochen kostenfrei und unverbindlich mit vollem Funktionsumfang testen. Mehr über die ORCA AVA-Testversion erfahren.
Häufige Fragen zur DIN 276 – FAQ
Wofür steht die Abkürzung AKVS?
AKVS steht für „Anweisung zur Kostenermittlung und zur Veranschlagung von Straßenbaumaßnahmen“. Sie regelt, wie Kosten im Bundesfernstraßenbau ermittelt, gegliedert und im Haushalt veranschlagt werden.
Ist die AKVS 2014 verbindlich?
Ja. Mit dem Allgemeinen Rundschreiben Straßenbau Nr. 9/2015 vom 7. April 2015 wurde die AKVS 2014 für neue Infrastrukturmaßnahmen für verbindlich erklärt und ersetzt die frühere AKS 85 vollständig.
Was ist der Kostenberechnungskatalog (KBK)?
Der KBK ist der Kern der AKVS: eine Sammlung kostenbestimmender Leistungsbeschreibungen mit Bezug zum Standardleistungskatalog (STLK). Er ist in Hauptgruppen, Gruppen, Untergruppen und Leistungsbeschreibungen gegliedert und macht Kostenermittlungen einheitlich und vergleichbar.
Welche Ausgabe der AKVS 2014 ist aktuell?
Die AKVS 2014 wird laufend fortgeschrieben. Die aktuelle Ausgabe trägt den Stand 04/2023 und wurde mit dem ARS Nr. 07/2023 eingeführt. Der Name „AKVS 2014″ bezeichnet die Grundfassung, nicht den aktuellen Bearbeitungsstand.
Was ist der Unterschied zwischen AKVS und DIN 276?
Die DIN 276 ist die allgemeine Norm für die Kostenplanung im Bauwesen (Schwerpunkt Hochbau). Die AKVS 2014 ist das speziell auf den Bundesfernstraßenbau zugeschnittene Kostenmanagementsystem und für öffentliche Straßenbaumaßnahmen verbindlich.
Wie nutze ich die AKVS 2014 in ORCA AVA?
ORCA AVA liefert die Systemvorlage „Kostengliederung AKVS 2014.ava“ mit, die sachliche Kostengruppen (KBK), Kostenteilungen und räumliche Zuordnungen enthält. Sie kopieren die Vorlage in Ihr Projekt und passen sie bei Bedarf an – der Ablauf ist im ORCA Helpdesk beschrieben.
Weitere Themen

ORCA AVA und BIM

AVA-Software auswählen: Worauf Architekten achten sollten

Architektenhonorar nach HOAI berechnen: Anleitung 2026

Angebote einholen und vergleichen: So sichern Sie Kostentransparenz

GAEB-Schnittstelle verstehen: Datenaustausch im Bauwesen

Leistungsverzeichnis erstellen: Schritt-für-Schritt-Anleitung

AVA-Software im Vergleich: Anbieter & Marktüberblick

ORCA AVA & ÖNORM

e-Vergabe
